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Märchen
Märchen (mittelhochdeutsch Maere = „Kunde, Bericht, Nachricht“) sind
Prosaerzählungen, die von wundersamen Begebenheiten berichten. Märchen zählen zu
einer bedeutsamen und sehr alten Textgattung in der Mündlichen Überlieferung
oder Oralität und treten in allen Kulturkreisen auf. Im Gegensatz zum mündlich
überlieferten und anonymen Volksmärchen steht die Form des Kunstmärchens, von
dem der Autor bekannt ist. Im Unterschied zur Sage und Legende sind Märchen frei
erfunden und ihre Handlung ist weder zeitlich noch örtlich festgelegt.
Charakteristisch für Märchen ist unter anderem das Erscheinen phantastischer
Elemente in Form von sprechenden Tieren und Zaubereien mit Hilfe von Hexen oder
Zauberern sowie Riesen. In Deutschland wurde der Begriff des Märchens
insbesondere durch die Brüder Grimm geprägt.
Märchenforschung
Die Vergleichende Märchenforschung wurde von dem Indologen Theodor Benfey im 19.
Jahrhundert begründet. Antti Aarne kategorisierte 1910 die Märchen nach ihren
wesentlichen Erzählinhalten; daraus entstand der heute noch in der
internationalen Erzählforschung gebräuchliche Aarne-Thompson-Index. Der
russische Philologe Wladimir Jakowlewitsch Propp leistete 1928 mit seiner
strukturalistischen Untersuchung über die Morphologie des Märchens einen
wichtigen Beitrag zur Literaturwissenschaft, beziehungsweise Märchenforschung:
Allen Märchen liegt eine feste Handlungsstruktur zu Grunde, unabhängig von ihrem
Inhalt. Diese Struktur erfüllt bestimmte Funktionen, die mit „archetypischen“
Akteuren verbunden sind (zum Beispiel Held, Gegenspieler, Helfer etc.). In
jüngerer Zeit werden Märchen mit verschiedenen theoretischen Ansätzen aus der
Anthropologie, Oral History, verschiedenen Einzelphilologien, Psychologie u. a.
untersucht.
Gut und Böse werden im Märchen in der Regel klar getrennt, häufig in Form von
guten und bösen Figuren. Inhaltlich steht meist ein Held im Mittelpunkt, der
Auseinandersetzungen mit guten und bösen, natürlichen und übernatürlichen
Kräften bestehen muss. Oft ist der Held eine vordergründig schwache Figur wie
der jüngste Sohn. Am Ende eines Märchens wird das Gute belohnt und das Böse
bestraft.
Ursprung der Märchen
Märchen sind sehr alt und können nach verschiedenen Typen klassifiziert und
verschiedenen Zeitaltern zugeordnet werden. Zu dem ältesten Märchentypus gehören
die Zaubermärchen.
Benfey vertrat die These, dass die europäischen Märchen indischen Ursprungs
seien. Dies wurde aber in jüngerer Zeit relativiert, obgleich der Einfluss
indischer Märchen in europäischen Märchen präsent ist.
Volksmärchen
Hauptartikel: Volksmärchen
Bei Volksmärchen lässt sich kein bestimmter Urheber feststellen. Die mündliche
Weitergabe war für lange Zeit die ausschließliche und ist bis heute die
natürliche Form der Überlieferung. Dennoch hat auch die schriftliche
Überlieferung seit ihren Anfängen auf die traditionelle mündliche Erzählweise
miteingewirkt, fanden doch schon im Mittelalter Märchen Eingang in die Literatur
und wurden aus den verschiedensten Gründen schriftlich festgehalten. Mit der
Möglichkeit des Drucks in der Neuzeit hat die schriftliche Verbreitung
naturgemäß eine größere Position eingenommen. Aufgrund der mündlichen
Erzähltradition besitzt das Volksmärchen keine konstante Form. Vielmehr tritt es
in zahlreichen und teils sehr unterschiedlichen Varianten auf. Was all diese
Varianten aber als solche auszeichnet, ist die Grundstruktur der Erzählung, d.
h. Thema und Ablauf der Handlung werden in ihren charakteristischen Zügen
beibehalten. Die Abweichungen der Varianten voneinander sind umso größer, je
älter und je weiter verbreitet ein Märchen ist.
Deutsche Märchen
In Deutschland wird mit dem Begriff Märchen in erster Linie die Grimmsche
Volksmärchensammlung Kinder- und Hausmärchen (1812) assoziiert, jedoch gibt es
noch unzählige andere deutsche Volksmärchen, da die Brüder Grimm nur einen Teil
der damaligen Märchen aufzeichnen konnten.
Französische Märchen
In Frankreich wurde die erste Märchensammlung 1697 von Charles Perraults
Histoires ou Contes du temps passé avec des moralités angelegt und der Ausdruck
„contes de fée“ (Feengeschichten) geprägt, von dem sich das englische „fairy
tales“ ableitet. Das Element des Zauber- und Fabelhaften tritt hier schon in der
Namensgebung zum Vorschein. Es sind jedoch nicht nur Zauberwesen (göttlichen
oder teuflischen Ursprungs), welche die Märchenwelt so phantastisch machen,
sondern Gegenstände mit magischer Wirkung, die den Märchenhelden von großem
Nutzen sind oder das Verzaubertwerden in ein Tier, eine Pflanze, deren
Symbolgehalt man hinterfragen kann. Desgleichen spielen hin und wieder
Versteinerungen eine Rolle, die sich ebenso tiefenpsychologisch deuten lassen,
wie Erlösungen durch die Tränen eines mitfühlenden Menschen.
Indische Märchen
Die indischen Märchen können auf eine sehr lange und vielgestaltige
Tradition zurückblicken. Zu den bedeutendsten indischen Märchensammlungen gehört
die ungefähr 2000 Jahre alte Märchensammlung namens Panchatantra. Der Indologe
Johannes Hertel hat wichtige wissenschaftliche Beiträge Anfang des 20.
Jahrhunderts zur Erschließung der Panchatantra geleistet. Die Panchatantra soll
teilweise in die Erzähl- und Märchensammlung Tausendundeine Nacht eingegangen
sein.
Weitere Beispiele europäischer Märchen
Die Russischen Volksmärchen von Alexander Nikolajewitsch Afanasjew, die
englischen Märchen von Joseph Jacobs und die norwegischen Volksmärchen von Peter
Christen Asbjørnsen. Als erster großer europäischer Märchenerzähler gilt der
Italiener Giambattista Basile. Einige seiner Märchenmotive sind auch in der
Grimmschen Sammlung zu finden.
Kunstmärchen
→ Hauptartikel: Kunstmärchen
Bei den sogenannten Kunstmärchen handelt es sich indes um bewusste Schöpfungen
von Dichtern und Schriftstellern. Bisweilen greifen sie Motive der
Volksmärchentradition auf, meist werden aber neuartige fantastische
Wundergeschichten erfunden, die mit dem Volksmärchen aber dennoch durch den
Aspekt des Wunderbaren und Unwirklichen verbunden bleiben. Ihr Inhalt wird
überwiegend durch die Weltanschauung und die Ideen einer individuellen Person
getragen und unterliegt den Einflüssen der Literaturströmungen. In der Romantik
erreichte das Kunstmärchen einen frühen Höhepunkt und erhielt entscheidende
Impulse für seine weitere Entwicklung. In der Frühromantik lag der Akzent auf
sehr künstlichen Schöpfungen, die die Grenzen der herkömmlichen Märchen hinter
sich ließen und sich somit dem unbefangenen Märchenleser nicht mehr so leicht
erschlossen. Das änderte sich jedoch wieder mit den Dichtern der Spätromantik,
die den einfachen Märchenton bevorzugten.
Der am meisten gelesene Verfasser von Kunstmärchen im 19. Jahrhundert war
Wilhelm Hauff (1802–1827). Seine Märchenbücher Die Karawane, Der Scheich von
Alexandria und Das Wirtshaus im Spessart erschienen in drei aufeinanderfolgenden
Jahren und spielen, wie die Titel schon verraten, vor unterschiedlichem
Hintergrund. Während er in den ersten beiden Bänden die Handlung in den Orient
verlegt, dient im letzteren der rauere Norden als Schauplatz. All seine Märchen
kennzeichnet das Abenteuer, was aus seiner eigenen Begeisterung für die Fremde
zu erklären ist.
Zu den beliebtesten Märchendichtern zählt der Däne Hans Christian Andersen
(1805–1875). Angeregt wurde er durch die Brüder Grimm und die deutschen
Kunstmärchen. Zunächst ist in seinen Märchen noch eine deutliche Anlehnung an
das Volkstümliche zu erkennen, doch schon bald entwickelte er seinen eigenen,
unverwechselbaren Stil. Im Gegensatz zu den Volksmärchen, die grundsätzlich an
einem unbestimmten Ort spielen, beschrieb er sorgfältig den Schauplatz seiner
Geschichten und achtete auf die Nähe zur kindlichen Weltauffassung. Seine
Erzählungen weisen eine einfache und ungekünstelte Sprache auf und wirken durch
einen eindringlichen Erzählton. Es ging ihm darum, das Wunderbare in die
Wirklichkeit des Alltags hineinzuholen, ohne dass eine Kluft zwischen beidem
entsteht, wie es bei den Romantikern oft der Fall war. In Dänemark wie in
Deutschland sah man in Andersens Erzählungen in erster Linie Märchen für Kinder.
Das allerdings widersprach seinem eigenen Selbstverständnis, denn er selbst
verstand sich als Autor für alle Altersklassen.
Sozialkritischen Hintergrund haben die Märchen von Oscar Wilde (1854–1900), die
ganz im Sinne der Romantik Idealbilder im Widerstreit zu grausamen Realitäten
entwerfen oder aus der Sicht des ausgebeuteten Opfers den Egoismus und die
Oberflächlichkeit der Herrschenden anprangern.
Im weitesten Sinne zu den Kunstmärchen können auch die in neuerer Zeit
entstandenen Fantasy-Geschichten gerechnet werden. Auch die
Science-Fiction-Filmreihe Star Wars weist typische charakteristische Merkmale
eines Märchens auf, wie beispielsweise die fehlenden oder äußerst ungenauen
Orts- und Zeitangaben („Es war einmal vor langer Zeit in einer weit entfernten
Galaxis…“), die Gleichstellung von Adligen und Bürgerlichen oder das Happy End. Quelle:
Wikipedia
Fantasy
Fantasy (von engl. fantasy „Phantasie“) ist ein Genre der Phantastik, dessen
Wurzeln sich in der Mythologie und den Sagen finden. Ähnlich wie die
benachbarten Genres Science Fiction und Horror, findet Fantasy ihre wichtigsten
Ausprägungen in Literatur und Film, außerdem aber auch in Musik und bildender
Kunst, sowie neuerdings im Bereich der Gesellschaftsspiele, LARP und
Computerspiele.Welt
Als Hintergrund der Fantasyerzählung dient für gewöhnlich eine fiktive Welt, die
sich in ihren Gesellschaftsstrukturen jedoch meist an historischen Epochen
orientiert. Besonders beliebt ist dabei das europäische Mittelalter, auch
Eisenzeit und Renaissance können als Vorlage dienen. Technologisch wie kulturell
befindet sich die phantastische Welt deshalb fast immer auf einem Stand, der
nach heutigen Maßstäben rückständig bis archaisch wirkt. Gelegentlich wird dies
zu einem Dualismus erweitert, in dem sich eine dekadente Zivilisation und eine
edle, aber barbarische Kultur gegenüberstehen.
Die politische Ordnung einer Fantasywelt gleicht meist dem Feudalismus. Hierbei
handelt es sich nicht zufällig um einen Personenverbandsstaat, in dem die
besonderen Beziehungen zwischen Individuen den gesellschaftlichen Zusammenhalt
bewirken. Dies grenzt sich vom modernen Staatsverständnis ab, nach dem die
Bürger unmittelbar Akteure des Staates sind. Die positive Errungenschaft des
modernen Staatswesens, nämlich relative Gleichheit, wird in der
Fantasy-Literatur selten zur Kenntnis genommen oder thematisiert. Dies rückt
Fantasy in ihrer Erzählhaltung oft in die Nähe des Historienromans.
Die Religionen der Fantasywelt sind teilweise polytheistisch, teilweise
monotheistisch geprägt, wobei sich oft konkurrierende Religionsgemeinschaften
gegenüberstehen. Religion wird dabei häufig nicht nur mythisch, sondern auch
magisch (nach Jean Piaget) aufgefasst: Einzelne Menschen sind in der Lage, in
die physikalischen Gesetze der Welt einzugreifen. Entweder geschieht dies durch
magische Kräfte (Zauberer) oder mit göttlicher Hilfe (Priester). Auch
gewöhnliche Individuen sind in diese höhere Ordnung eingebunden. Die klassische
Fantasy-Welt weist somit eine Einheit von Politik und Religion auf, was einer
idealisierten Form der mittelalterlichen Ordnung entspricht.
Die Kulturen einer Fantasywelt sind zumeist an irdische Völker angelehnt, wobei
antike, mittelalterliche und neuzeitliche Elemente bunt gemischt werden.
Auffällig ist, dass die Völker zumeist idealisierte Gemeinschaften darstellen,
die sich hinter herausragenden Persönlichkeiten wie Königen, Feldherren oder
Stammesführern sammeln. Konflikte zwischen gesellschaftlichen Gruppen werden
zumeist vernachlässigt, stark vereinfacht oder zwischen Individuen ausgetragen.
Dies erinnert mitunter an die historistische Geschichtsschreibung und ihre
Deutungsmuster.
Rassen und Völker
In der Regel wird die Fantasy-Welt von Menschen bewohnt. Darüber hinaus
können aber weitere Völker existieren, von denen viele werkübergreifend
auftreten. Besonders beliebt sind die von J. R. R. Tolkien definierten
Fantasyvölker Zwerge, Elben und Orks, die unter dem Terminus Rassen auftauchen.
Sie orientieren sich an Vorbildern aus Feen-, Elfen-, Drachen- und Koboldsagen,
weisen aber stereotype Züge und Eigenheiten auf, die erst durch die Fantasy
definiert wurden: Zwerge sind ein kleinwüchsiges Volk, leben unter der Erde,
tragen einen Vollbart, sind meisterhafte Axt- und Streithammerkämpfer, Schmiede
und Zecher. Elben sind unsterbliche oder zumindest langlebige Wesen, die mal als
naturverbundenes Waldvolk, mal als kulturschaffende Hochzivilisation den
Menschen moralisch und kulturell überlegen sind. Orks sind hässliche, aggressive
Wesen, die auf Krieg und Plünderung aus sind. Goblins sind kleine, gewitzte
Kobolde, die feige, aber zahlreich sind. Des Weiteren tauchen Untote wie belebte
Skelette, Zombies und Vampire, Tiermenschen wie Zentauren, Minotauren, Satyre,
Echsen- und Insektenwesen und Halblinge in vielen Romanen auf.
Im Fantasy-Jargon wird der Terminus Rasse sehr viel unbefangener gebraucht, als
dies sonst der Fall ist. Dies liegt zum einen daran, dass es sich um eine
direkte Übertragung aus dem Englischen handelt. Zum anderen besteht nach
biologischer Definition oft ein auf Rasse basierendes Verwandtschaftsverhältnis
zwischen den einzelnen Völkern, da sie auch miteinander fertile Nachkommen
hervorbringen können. So treten gelegentlich Halbelben als Abkömmlinge von
Mensch und Elb auf.
Die Darstellung der Rassen und Völker weist oft rassistische und biologistische
Tendenzen auf. So werden die Orks meistens als böse, verschlagen und degeneriert
dargestellt, wobei ihnen ihre Aggressivität und Mordlust angeboren ist. Andere
Rassen werden zwar weniger negativ, aber keineswegs differenzierter präsentiert.
Neuere Werke der Fantasy haben diese Tendenz zumindest teilweise abgeschwächt
oder zeichnen die „Rassen“ unter umgekehrten Vorzeichen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Fantasy
Mittelalter
Der Begriff Mittelalter bezeichnet in der europäischen Geschichte die Epoche
zwischen Antike und Neuzeit (6. bis 15. Jahrhundert). Sowohl der Beginn als auch
das Ende des Mittelalters sind aber Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion
und werden recht unterschiedlich angesetzt.
Im Mittelalter wurde die politische und kulturelle Dominanz des
griechisch-römisch geprägten Mittelmeerraums abgelöst durch eine neue, fast ganz
Europa umfassende Welt christlicher Feudalstaaten romanischer, germanischer,
slawischer und keltischer Völkerschaften. Grundzüge des europäischen
Mittelalters waren eine nach Ständen geordnete Gesellschaft, eine gläubig
christliche Geisteshaltung in Literatur, Kunst und Wissenschaft und Latein als
gemeinsame Kultur- und Bildungssprache. Daneben waren die Idee der Einheit der
christlichen Kirche (die aber faktisch nach dem großen Schisma mit der Ostkirche
nicht mehr bestand) sowie ein recht einheitliches Weltbild kennzeichnend für
diese Epoche. Die vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform des
Mittelalters war der Feudalismus.
Zeitliche Einordnung
Die Bezeichnung „Mittelalter“ bezieht sich in erster Linie auf die
Geschichte des christlichen Abendlands vor der Reformation, denn der Begriff
wird kaum im Zusammenhang mit außereuropäischen Kulturen verwendet. Im Groben
ordnet man das Mittelalter in die Zeit von 500 bzw. 600 n. Chr. bis etwa 1500
ein. Wesentlich konkreter sind jedoch folgende Bezugsdaten:
Das europäische Mittelalter erstreckt sich ungefähr vom Ende der
Völkerwanderungszeit (568) oder vom Untergang des weströmischen Kaisertums 476
bis zum Zeitalter der Renaissance seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bzw. bis
zum Beginn des 16. Jahrhunderts (bezüglich der Problematik der Datierung des
Beginns des Mittelalters siehe Ende der Antike und Spätantike).
Die Datierungsansätze sind nicht immer einheitlich, denn es kommt oft darauf an,
welche Aspekte der Entwicklung betont werden und von welchem Land man ausgeht.
Stellt man zum Beispiel den Einfluss des Islam in den Vordergrund und blickt
eher auf den östlichen Mittelmeerraum als auf Westeuropa, so kann man Mohammeds
Hidschra (622) oder den Beginn der arabischen Expansion ab 632 als Ende der
Spätantike und Beginn des Mittelalters sehen. Desgleichen gibt es
unterschiedliche Datierungsmöglichkeiten für das Ende des Mittelalters,
beispielsweise die Erfindung des Buchdrucks (um 1450), die Eroberung von
Konstantinopel 1453, die Entdeckung Amerikas 1492, der Beginn der Reformation
(1517) oder auch der große Bauernkrieg von 1525.
Fokussiert man einzelne Länder, so kann man auch zu verschiedenen Eckdaten
kommen. So endete die Antike am Rhein oder in Britannien aufgrund der dortigen
Entwicklungen während der Völkerwanderung deutlich früher als etwa in Italien
oder Syrien. Auf der anderen Seite war zum Beispiel zu Beginn des 15.
Jahrhunderts in Italien bereits das Zeitalter der Renaissance angebrochen,
während man zur gleichen Zeit in England noch vom Mittelalter spricht.
Untergliederung des Mittelalters
Im deutschsprachigen Raum hat seit dem 19. Jahrhundert die von der
Nationalidee beeinflusste, an der fränkischen und deutschen Herrschergeschichte
orientierte Geschichtsschreibung das europäische Mittelalter vornehmlich in drei
Hauptphasen gegliedert:
Frühmittelalter (6. Jahrhundert bis Anfang 10. Jahrhundert), die Epoche der
Merowinger und Karolinger
Hochmittelalter (Anfang 10. Jahrhundert bis ca. 1250), die Zeit der Ottonen,
Salier und Staufer
Spätmittelalter (ca. 1250 bis ca. 1500), der Herbst des Mittelalters, nach dem
Scheitern der klassischen Kaiseridee
Diese Trinität war an der Vorstellung von Aufstieg, Blüte und Verfall
ausgerichtet.
Durch veränderte Fragestellungen, insbesondere auch den Einfluss wirtschafts-,
sozial- und kulturgeschichtlicher Fragestellungen, ging man allmählich von dem
an der Herrschergeschichte ausgerichteten Ordnungsmodell ab und betonte die
Veränderungen des 11./12. Jahrhundert als entscheidende Zäsur des als
Mittelalter bezeichneten Jahrtausends. Oft führt das dazu, dass man nur noch das
frühere vom späteren Mittelalter unterscheidet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter
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